Im Zuge des Faches Contentdesign entstand folgendes Drehbuch:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Belegarbeit im Fach

Contentdesign: Dramaturgie und Storytelling (2016)

 

Dozent: David Lochner

 

 

 

 

 

Hochschule Mittweida – University of applied sciences

Studiengang: Medieninformatik und Interaktives Entertainment

 

 

Pütz, Henrik

Seminargruppe: MI14w2-B

Matrikelnummer: 37377

Datum der Abgabe: 15.08.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zucker bei die Fische

 

Drehbuch & Geschichte von

Henrik Pütz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Präsidium - Büro des Kommissars innen/später Abend

     

Wir befinden uns in einem kleinen, verrauchten Raum. Auf der einen Seite ist eine Bürotür, auf der anderen befindet sich ein kleines, gekipptes Fenster. Durch dieses scheint kaum noch Licht, die Sonne ist bereits untergegangen. Die Wände sind bedeckt von Aktenschränken. Die Decke besteht aus Metallstreben. Der Raum ist durch ein Aquarium mit Zierfischen beleuchtet. Es blubbert ab und an. Das Aquarium steht in der Mitte des Raumes auf einem Schreibtisch neben einem Aufstelltisch. Auf diesem steht eine weiße Dose und eine Bürolampe wie in einem Detektivbüro sowie ein Telefon. Diese spendet direkt vergilbtes Licht auf einen alten Zeitungsartikel, der von 2 vernarbten und älteren Händen gehalten wird. Die Überschrift lautet MASSENMORD AN EIGENER FAMILIE AUFGEKLÄRT - POLIZIST ZUM KOMMISSAR BEFÖRDERT. Nachdem die Kamera den Blickwinkel ändert sehen wir den Kommissar(56), welcher den Artikel in der Hand hält.Er sitzt auf einem alten Bürodrehstuhl Seinen Rang erkennt man an seiner Uniform und seiner Mütze. Er wirkt deutlich älter als er sollte, und weint. Er raucht eine Zigarre und wischt sich die Tränen weg. Er spricht mit seinen Fischen darüber, wie wichtig sie ihm sind, und dass sie das einzige sind, was er noch hat.Er schaltet das Licht aus, steht auf und verlässt den Raum durch die Türe, die beim Öffnen einen Lichtstrahl ins Zimmer fallen lässt. Man hört, wie der Kommissar die Türe abschließt.

 

 

  1. Präsidium - Büro des Kommissars innen/Nacht

 

BEGINN DER CREDITS

Wir sehen erneut das Büro des Kommissars. Nur noch das Aquarium spendet dumpfes Licht, draußen ist es dunkel. Die Türe öffnet sich erneut, nachdem sie geräuschvoll aufgeschlossen wird, und ein Lichtstrahl fällt ins Zimmer. Eine schemenhafte Person betritt den Raum und geht alle Schränke ab. Sie Erzeugt verdächtige Geräusche – etwas wie ein Wischen und das Kratzen an Metall- und kurz bevor sie den Raum verlässt, streift sie – kaum erkennbar – den Aufstelltisch beim Aquarium. Man hört ein umkippendes Objekt und erneut ein kurzes Blubbern. Die Person verlässt den Raum durch die Türe und man hört, wie sie die Türe von außen verschließt.

ENDE DER CREDITS

 

 

  1. Präsidium - Büro des Kommissars innen/Morgen

 

Der Kommissar öffnet erneut die Türe zu seinem Büro, betritt den Raum und schaltet das Licht an. Man sieht nun deutlich die Aktenschränke und durch das Fenster dringt noch das Morgenrot in den Raum ein. Das Aquarium blubbert hin und wieder. Im Aquarium sehen wir sofort, dass alle Fische an der Wasseroberfläche treiben. Der Kommissar stößt einen Mark erfüllenden Schrei aus und bricht in Tränen aus. Es dauert, ehe er sich wieder beruhigt. Er untersucht die Türe und stellt fest, dass es keinerlei Einbruchspuren gibt. Er zieht den Schluss, dass nach ihm nur der Alte Hausmeister(73) das Büro betreten konnte. Er seufzt und murmelt, dass dieser so etwas brutales und hinterhältiges doch nie wagen würde – einen kalten Massenmord. Er verlässt den Raum und knallt die Türe hinter sich zu.

 

 

  1. Präsidium - Flur innen/Morgen

 

Wir befinden uns im Flur des Präsidiums. Neonröhren beleuchten diesen, zu beiden Seiten befinden sich Bürotüren und am Ende des Flures tritt der Kommissar aus seiner Bürotüre. Im Flur gibt es keine Fenster. Der alte Hausmeister kommt aus einem der Räume und fragt den Kommissar, was er für einen alten Freund machen könnte. Der Kommissar berichtet ihm, immer noch von den Ereignissen sichtbar geprägt, von einem Massenmord in seinem Büro und gerät ins stocken, als er dem Hausmeister erklärt, dass nur dieser der Täter sein kann, da sonst niemand den Büroschlüssel besitzt. Der Kommissar teilt dem Hausmeister mit, dass er aber zunächst in eine andere Richtung ermitteln würde, da er sich sicher sei, dass der Hausmeister unschuldig ist, und er nicht seinen einzig verbliebenen Freund verunglimpfen möchte.. Der Hausmeister überzeugt den Kommissar jedoch davon, dass er ihn verhören soll, da er nichts zu verbergen hat. Der Hausmeister geht an dem Kommissar vorbei und betritt einen Raum in der Flurmitte. Der Kommissar folgt ihm und wir folgen dem Kommissar, der den Raum betritt, über dem in großen Buchstaben VERHÖR steht.

 

 

  1. Präsidium - Verhörraum innen/Tag

 

Der Kommissar betritt den Raum. In der Mitte steht ein metallener Tisch mit einer Lampe wie im Büro des Kommissars. Auf einem metallenen Klappstuhl sitzt der Hausmeister mit dem Rücken zur Türe. Auf der gegenüberliegenden Tischseite ist ein Baugleicher Klappstuhl. Ansonsten gibt es keine Möbel, nur blanke Wände. Der Raum ist mit gedimmten Oberlichtern beleuchtet, die Lampe auf dem Tisch ist ausgeschaltet. Der Kommissar begibt sich seufzend zu dem anderen Stuhl. Er beginnt das Verhör. Zunächst informiert der den Hausmeister über die Geschehnisse am Ende des letzten Tages, dann berichtet er, was er am Morgen erlebt hat. Er erwähnt nicht, dass es um die Fische geht, und spricht von einem brutalen Massenmord. Der Hausmeister reagiert sichtlich überrascht. Er erklärt, dass er nach dem Gehen des Kommissars wie jeden Tag seine Runde durch das Gebäude machte, die im Büro des Kommissars endet. Er sagt voller Überzeugung, dass er nichts verdächtiges gesehen hat und auch nichts außergewöhnliches passiert ist. Der Kommissar lässt nicht locker und erwähnt immer wieder den brutalen Massenmord, und dass ohne weitere Informationen niemand außer dem Hausmeister der Täter sein könnte. Der Hausmeister bleibt ruhig, er hat nichts zu verbergen. Er fragt den Kommissar, ob nicht jemand den Schlüssel hätte kopieren können oder anderweitig das Büro betreten. Der Kommissar wird kurz still und weint – wir sehen eine Rückblende in genau diesen Verhörsaal. VOR 30 JAHREN: Die Szene sieht genau aus wie in der heutigen Zeit, nur ist der Kommissar noch jung und sein Gesicht makellos. Ihm gegenüber sitzt ein älterer, gefesselter Mann(65), der allerdings keinerlei Ähnlichkeit zum Hausmeister hat. Auch diesem legt der damals junge Kommissar einen Massenmord vor, den nur er begangen haben kann. Und auch dieser bleibt gelassen und gesteht nicht. Der Kommissar wird daraufhin verärgert und schaltet die Tischlampe ein – er leuchtet dem älteren Mann ins Gesicht, während er weiter Fragen nach Details stellt.

IN DER GEGENWART sehen wir, wie der Kommissar exakt das gleiche macht – er schaltet die Lampe ein und leuchtet dem Hausmeister ins Gesicht, während er seine Fragen stellt. Der Hausmeister bleibt ruhig und versucht weiterhin zu helfen. Daraufhin schlägt der Kommissar auf den Tisch. Während des Schlags wechselt die Szene wieder. Der Schlag des Kommissars wird weitergeführt, aber VOR 30 JAHREN. Der damals junge Kommissar haut lautstark auf den Tisch und beginnt zu brüllen. IN DER GEGENWART setzt sich sein Brüllen fort, der Kommissar wird immer ungehaltener, lauter und aggressiver. Der Hausmeister bittet um Wasser, doch der Kommissar verwehrt es ihm, solange er nicht gesteht. Im steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, während er die Fäuste ballt und aufsteht. Er packt den Hausmeister an den Schultern. VOR 30 JAHREN sehen wir, wie der junge Kommissar den Verhörten schüttelt und ihn dabei wiederholt fragt, wieso er so etwas getan hat, und ob er nicht ein Detail wüsste. Der Verhörte beginnt zu gestehen. Der Kommissar hört auf zu schütteln und beginnt zu weinen, während das Geständnis beginnt. IN DER GEGENWART weint der Kommissar ebenfalls. Er hat seine Hände immer noch auf die Schultern des Hausmeisters gelegt.Dieser sagt allerdings nichts. Er hustet und wirkt verglichen mit der vorigen Rückblende ausgelaugt und fertig. Man sieht im den Zwiespalt an, in dem er sich befindet, während er dem Kommissar auf die Schultern klopft. Der Kommissar stockt kurz, wirkt verwirrt und sieht den Hausmeister. Er entschuldigt sich für sein Verhalten und bittet ihn ein letztes Mal, zu berichten, was passiert sei. Und dass jedes Detail helfen könnte. Der Hausmeister berichtet erneut und während er dies macht, sehen wir

 

 

  1. Präsidium – Büro des Kommissars innen/Nacht

 

Das Büro des Kommissars erneut. Dieses Mal Taghell, aber nicht aufgrund einer Beleuchtung. Während der Hausmeister von seinem üblichen Rundgang berichtet, sieht man dieses Mal genau, wie er die Türe aufschließt, den Raum betritt und seine Runde macht. Hierbei erzeugt er durch Wischen und öffnen einiger Aktenschränke die zu Beginn gehörten verdächtigen Geräusche. Während er sich mit dem Besen in der Hand umdreht, berichtet der Hausmeister aus dem Off.

 

Hausmeister


Und dann war ich fertig. Ich nahm mir den Besen und...Ich erinnere mich wieder. Ich habe etwas umgestoßen, bevor ich ging. Aber das war auch alles. Ich bin kein Mörder, geschweige denn Massenmörder, und das weißt du auch!

 

Während dieser Aussage sehen wir, wie der Hausmeister die weiße Dose auf dem Auftstelltisch hinter ihm mit dem Besen umstößt. Eine weiße körnige Substanz sickert vom Tisch in das Aquarium und erzeugt das zu Beginn gehörte Blubbern. Der Hausmeister verlässt den Raum.

 

 

  1. Präsidium - Verhörraum innen/Tag

 

Der Kommissar beginnt zu lachen. Es wirkt ein wenig verrückt-manisch. Er erklärt dem sichtlich gebeutelten Hausmeister, dass es sich bei seinen Fischen um Salzwasserfische handelte. Der Hausmeister schaut zunächst irritiert, da er nicht versteht, was das mit dem Mord zu tun haben soll. Der Kommissar erklärt ihm unter Tränen, dass es seine Fische waren, die am Morgen tot im Aquarium lagen – seine letzten Erinnerungen an seine Familie. Und dass der Hausmeister wohl die Zuckerdose verschüttet haben muss, ins Salzwasser der Fische. Er lacht wieder, dieses Mal versöhnlich und vergibt dem Hausmeister, sichtlich froh darüber, dass dieser kein Massenmörder ist. Der Hausmeister schaut verdutzt, aber er beginnt auch väterlich zu lachen – sichtlich erleichtert, dass seine Tortur ein Ende hat. Er entschuldigt sich beim Kommissar für den Unfall und der Kommissar sich bei ihm für seine Verhörmethoden. Der Hausmeister hustet, dieses mal stärker als davor, und verlässt den Raum. Der Kommissar sitzt noch eine Weile auf dem Stuhl, lächelnd aber weinend, bevor auch er den Raum verlässt. VOR 30 JAHREN sieht man, wie der Kommissar den Verhörten in Handschellen abführt, da er gestanden hat.

 

  1. Büro des Kommissars außen/Tag

 

Der Kommissar sitzt in seinem Büro. Man sieht ihn mehrere Tage seiner üblichen Arbeit nachgehen. Er erhält einen Anruf. Er hört aufmerksam zu, seine Gesichtszüge werden schockiert und er beendet den Anruf voller Sorge indem er ankündigt, sofort vorbei zu kommen.

  1. Krankenhaus – Zimmer des Hausmeisters innen/Tag

 

Wir befinden uns in einem Krankenhauszimmer. Es ist karg eingerichtet und klein, es befindet sich eine Liege mit Beistelltisch dort. Auf dem Tisch ist aber neben dem Krankenhausessen kein Zeichen von Geschenken oder Karten von Angehörigen. Auf der Liege liegt der Hausmeister. Er wirkt noch gebrechlicher als nach dem Verhör. Er erklärt dem Kommissar, dass er einen Schlaganfall hatte, weil er zu viel Stress ausgesetzt war, dass sich dieser aber keine Vorwürfe machen sollte, da er eh schon alt sei. Der Kommissar wirkt sehr bedrückt und beginnt, sich weinend dafür zu entschuldigen, was er getan hat. Nach einer Weile verabschiedet er sich und geht. Wir sehen immer wieder, wie der Kommissar den Hausmeister besucht, und er weint immer wieder. Am Ende verspricht er dem Hausmeister, sich zu bessern und zum Wohle aller im den Ruhestand zu gehen.

 

 

  1. Präsidium – Büro des Kommissars innen/Tag

 

Wir sehen erneut das Büro des Kommissars. Die Lampen sind an, obwohl es draußen Taghell ist. Das Aquarium steht immer noch im Raum, aber leer und nicht angeschaltet. Die Zuckerdose steht wieder auf dem Beistelltisch und der Kommissar sitzt in seinem Stuhl. Er raucht eine Zigarre der selben Marke wie zuvor. Er weint und wirkt psychisch belastet, während er auf einem Stück Papier etwas schreibt. Wir sehen von oben, dass auf dem Blatt Rücktrittserklärung steht. Der Text darunter ist nicht lesbar, aber wir sehen, dass der Kommissar diese gerade unterschrieben hat. Sein Telefon klingelt. Er hebt ab und hört zu. Mit einem Mal bricht er in Tränen aus und schreit. Er rauft sich die Haare und irrt ziellos im Raum umher. Dann öffnet er eine Schublade und entnimmt ihr einen Strick. Er macht eine Schlafe und hängt den Strick über eine der Metallstreben. Er stellt sich auf seinen Drehstuhl, legt sich die schlafe um den Hals – und tritt den Stuhl weg. Mit einem Knacken bricht sein Genick.

 

 

  1. Friedhof außen/Abend

 

BEGINN DER FILMCREDITS

Wir befinden uns auf einem Friedhof. Es sind zwei Gräber ausgehoben und zwei Särge aufgebahrt. Der linke Sarg ist nicht verziert, auf dem rechten liegt ein Blumenkranz mit Widmung des Polizeipräsidenten und aller Kollegen. Bis auf den Pfarrer und die Bahrenträger ist niemand zu sehen. Langsam werden die beiden Särge zu Grabe gelegt. Der Priester nimmt zwei Zeitungsartikel aus seiner Robe, den vom Beginn des Filmes legt er in das rechte Grab, und einen weiteren sieht er kurz seufzend an – HAUSMEISTER AN HERZSCHLAG GESTORBEN – LANGJÄHRIGER FREUND UND KOMMISSAR BEGEHT SELBSTMORD lautet die Überschrift, die wir lesen können. Der Priester legt den Artikel in das andere Grab und verlässt langsam die Gräber. Auch die Bahrenträger gehen langsam von den Gräbern weg, bis niemand außer den zwei Gräbern zu sehen ist. Auf dem linken Grabstein steht HENRY SCHMITZ, ZUVERLÄSSIGER HAUSMEISTER SEIT MAN DENKEN KANN, und auf dem rechten HEINZ MEIER, KOMMISSAR, DER VIELE LEBEN RETTETE BEVOR SEINS ENDETE.

 

ENDE DER FILMCREDITS

 

 

 

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